Shangralam – Tibetische Heilkunst – Ngal So Cha Wang

INSTITUT

Ngal So Cha Wang

Shangralam, Institut für Inneren Frieden

Im Institut Shangralam führe ich Energiebehandlungen durch und lehre das tibetische Ngal So Cha Wang. Ich arbeite mit der universellen Lebensenergie – auch Qi, Chi, Ki, Prana oder Licht genannt – zum Wohle von Körper, Geist und Seele.

Die Praxis des Ngal So Cha Wang ist eine Form der Energie- oder Lichtarbeit die für jeden Mensch geeignet ist. Sie kann als alleinige Heilmethode angewendet werden, oder medizinische und psychotherapeutische Verfahren unterstützen und intensivieren.

Seit 1987 wende ich an verschiedenen Orten unter dem Namen Shangralam, Institut für Inneren Frieden, zu Ehren meines ersten Lehrers, Lama Shangralam, die tibetische Lehre des Ngal So Cha Wang an.


nach oben

XXX

Ngal So Cha Wang

Die Jahrhunderte lange geografische Isolation Tibets führte dazu, dass die von Alters her bekannten Methoden der Heilung hoch entwickelt, verfeinert und erweitert wurden. Ngal So Cha Wang ist eine dieser Methoden, die in einem Kloster, im östlichen Teil des Himalaya, von Generation zu Generation weitergeben wurde.

Die Basis aller Methoden der tibetischen Medizin ist das Bewusstsein, dass alles im Menschen – Materielles und Feinstoffliches – in einer gesunden Frequenz schwingt. Jede Zelle in lebenden Körpern, also auch bei Tieren und Pflanzen, schwingt in einer ihr typischen, gesunden Weise. Beginnt eine Zelle oder ein Zellverbund, in einer anderen Frequenz zu schwingen, führt dies auf Dauer meist zu einer Krankheit. Mit Ngal So Cha Wang können die Ursachen von Krankheiten, die materiellen und feinstofflichen Fehlschwingungen, aufgelöst und der gesunde, natürliche Energiefluss, die Basis jeglichen Lebens, wieder hergestellt werden.

Für viele Menschen, die mit den tibetischen Methoden der Heilung das erste Mal in Berührung kommen, wird dies zu einer überraschend heilsamen und erlösenden Erfahrung. Regelmäßige Praxis des Ngal So Cha Wang wirkt gleichermaßen auf Körper, Geist und Seele. Sie fördert Gesundheit und Lebensfreude. Das Immunsystem wird gestärkt und die Harmonisierung der körperlichen und geistigen Kräfte aktiviert.


nach oben

XXX

Dietmar Fruhner

| Ngal So Cha Wang Großmeister und Lehrer
| Reiki Meister nach Usui
| Dipl.-Sozialpädagoge
| Körpertherapeut
| Kfz-Mechaniker

Nach Ausbildung und Studium hielt ich mich für längere Zeit in Südostasien auf. Als ich 1983 an Malaria Tropica erkrankte, begab ich mich in ein buddhistisches Kloster und wurde von dem Lama T. G. Shangralam mit Prana geheilt und in die Praktiken der tibetischen Pranaheilung, das Ngal So Cha Wang, eingewiesen. Seitdem praktiziere ich Ngal So Cha Wang, zuerst als Selbstheilung, später zur Heilung Anderer. Lama Shangralam war für viele Jahre mein Lehrer und Meister. Im Februar 2007 wurde ich zu Seiner Heiligkeit dem 14. Dalai Lama gerufen und erhielt die Erlaubnis, eine eigene Schule zu gründen.

Ab 1982 ließ mich in die verschiedenen Grade des Usui Systems des Reiki einweihen und lernte so die Unterschiede zwischen den Systemen.

Seit 1987 behandele ich ausschließlich und erfolgreich mit Ngal So Cha Wang.


nach oben

XXX

Reisegeschichten zwischen 1993-1997


Pushkar

Auf dem Weg nach Pushkar begegnete ich einst einem alten Mann. Er saß am Wegesrand und schien zu schlafen. Er war gekleidet in einen alten, aber gepflegten Lungi und einem ehemals wohl weißen Hemd, das im Laufe der Zeit jedoch einen gleichmäßigen Grauton angenommen hatte. Neben ihm lag ein Bündel wie es hier viele der Leute mit sich tragen. Einige Habseligkeiten in eine Decke gewickelt.

Ich wunderte mich sehr, denn er saß in der prallen Mittagssonne, ohne jeden Schatten, nicht einmal auf dem Kopf hatte er etwas als Schutz vor dieser unbarmherzigen Glut. Er genoss es sogar sichtbar, lächelte zufrieden, als ob er gerade etwas sehr schönes erlebe. Da ich eh eine Pause einlegen wollte, setzte ich mich unter einen nahen Felsvorsprung, der mir kühlen Schatten gewährte. Der alte Mann saß keine drei Meter von mir weg und noch immer lächelte er, manchmal bekam ich den Eindruck, er quietsche vor Freude, aber das bildete ich mir garantiert nur ein. Ich trank Wasser, schälte mir eine Orange, eine Banane und genehmigte mir einige Kekse. Eine Sandagame huschte an mir vorbei und einige Geier kreisten am blauen Himmel in der Thermik. Die aufsteigende flimmernde Luft ließ Gestalten auftauchen und wieder verschwinden. Wellige Formen die, Flammengleich, immer wieder ihre Form änderten und manchmal in den Himmel aufstiegen. Körperlose Wesen aus Wärme und Luft die, aller Kräfte entbunden, einen Tanz zu Ehren des Mittagsgestirns vollführten. Alle Wesen dagegen, in denen Blut floss, hatten sich in die dunklen Plätze der Kühle zurückgezogen.

Es war die Zeit der Träume, eine Zeit in der jede Realität zu Qual werden kann. Eine Zeit in der man sich eingestehen muss, dass es Gewalten gibt, die einen zwingen, gegen den eigenen Willen zu handeln. Ich fing, obwohl beschattet, an zu schwitzen und wischte mir mit einem Tuch die Stirn. 'Nicht wehren' sagte ich mir, 'gib dich rein in die Hitze, werde eins mit deinem Umfeld.' Doch der Schweiß lief weiter und mein Hemd fing an, sich am Rücken festzusaugen. Nicht gerade eines meiner liebsten Gefühle.

Wie ich da so mit mir selbst und der Hitze klar zu kommen versuchte, stand der alte Mann unvermittelt auf, streckte sich und machte mit einem Handtuch, dass ich vorher nicht bemerkt hatte, Bewegungen, als trockne er sich ab. Er schwitzte jedoch kein bisschen, so dass ich fragte, was er denn mache. ”Ich war schwimmen”, sagte er.


nach oben


Affen

Wer durch Indien reist und keine Affen zu sehen bekommt, hat entweder eine zu dunkle Sonnenbrille auf oder ist gänzlich blind. Diese Tiere gehören in den meisten Landesteilen zum alltäglichen Erscheinungsbild, wie bei uns vielleicht die Tauben, nur dass dort niemand auf die Idee käme, außer in Tempelbereichen, diese Affen zu füttern.

Die in Indien zahlreich vertretenen Hunde sind meist schlau genug, sich nicht mit Affen anzulegen, da sie, wenn sie es tun, mit Sicherheit den Kürzeren ziehen. Einmal beobachtete ich eine Szene, in der ein noch recht junger Hund seine Erfahrungen mit dieser recht behänden Spezies machte. Eine Gruppe von zehn bis zwölf Affen hatte sich über einen Haufen Küchenabfälle hergemacht. Der Hund kam um eine Hausecke, erblickte die Herde und stürzte sich sofort auf sie. Drei Sprünge und die Affen saßen auf dem Dach. Der Hund begann zu bellen. Etwa die Hälfte der Herde war über das Dach meinem Sichtfeld entschwunden, aber erschien kurz darauf wieder, mit allerlei Wurfgeschossen bewaffnet. Es war erstaunlich, wie koordiniert und treffsicher sich die Affen zeigten. Der Hund tat mir fast leid, denn alle warfen, wie auf Befehl, gleichzeitig auf ihn.

Etwas prekär wird die Lage in der Zeit der Bananenreife. Wann es soweit ist, zeigen einem die Affen. Irgendwann taucht in der Nähe von Bananenstauden ein Affe auf, der in exponierter Lage die Stauden nicht mehr aus den Augen lässt. Jeden Morgen kurz nach Sonnenaufgang besetzt dieser Affe seinen Beobachtungsposten. Der Affe wird wiederum von der Familie des Staudenbesitzers genau observiert. Verschwindet der Affe eines Tages, vor Sonnenuntergang, von seinem Platz, beginnt die entscheidende Phase. Die gesamte Familie und Freunde des Besitzers versammeln sich um die Bananen herum. Sie sind mit Knüppeln, Steinen und Schleudern bewaffnet. Kurz darauf kündigt Geschrei von Seiten der Affen den Angriff an. Von allen Seiten erscheinen sie wie aus dem Nichts auf den Dächern und in den Bäumen, schwingen sich behände in die bis vier Meter hohen Stauden und versuchen Bananen zu ergattern. Ein wahres Gefecht beginnt. Mensch gegen Affe. Die Menschen werfen oder schleudern die Steine auf die Affen, versuchen mit den Knüppeln die tiefer hängenden Bananen zu schützen. Die Affen werfen jedoch die Steine zurück. Es ist jedes Mal eine Schlacht mit offenem Ausgang, in der die Affen immer einen Teil der fast reifen Früchte erobern.

Richtig komisch wird es, wenn eine Herde etwas von uns Menschen erobert hat. Einen zerbrochenen Spiegel zum Beispiel. Jeder hält ein Stück in seiner Hand, um damit die unterschiedlichsten Experimente und Erfahrungen zu machen. Einer sieht sich darin und versucht, da er sich nicht selbst erkennt, mit dem anderen Arm dahinter zu greifen um den Affen, den er sieht, zu berühren. Ein anderer erschreckt sich wieder und wieder, nimmt die Scherbe auf, erschrickt, schreit, lässt die Scherbe fallen, springt weg, um gleich darauf zurückzukommen und das Spiel von vorne zu beginnen. Wieder ein anderer entdeckt die Möglichkeit, mit Hilfe der Sonne, Genossen zu blenden, was ihm das ein oder andere Mal Hiebe einbringt. Manche entdecken die Härte und Schärfe der Scherbe, verletzen sich gar ein wenig.

Schön auch die Szene, als einige Affen eine Puppe fanden. Deutlich zu erkennen war der Respekt, den sie der Puppe entgegenbrachten. Es dauerte einige Zeit, bis sich der erste von ihnen traute, sie zu berühren. Die Scheu nahm ab. Ein älteres Weibchen nahm sie schließlich auf, legte sie wie ein Baby in den Arm. Kurz darauf merkte sie wohl, dass sie etwas lebloses hielt und legte es wieder auf den Boden, trollte davon. Einige jüngere Affen kamen langsam näher, nahmen die Puppe auf, horchten an ihr, beschauten sie von allen Seiten, brachen einen Streit vom Zaun, scheinbar, wessen Eigentum die Puppe bleiben wird. Das endete in einer völligen Demontage derselben, bis jeder der Halbwüchsigen mit einem Arm, Bein, Rumpf oder Kopf von dannen zog.

Affen sind Allesfresser, genau wie wir. Sie stehen jedoch absolut auf Erdnüsse und stellen einiges an, um an diese Leckerbissen zu kommen. Ein Budenbesitzer, der mit seinem Stand unter einem Felsvorsprung residierte, hatte besonders zu leiden. Es reichte eine winzige Unachtsamkeit seinerseits und wieder war eine Tüte Nüsse weg. Doch auch seine Kunden, so auch ich, die sich bei ihm eine Tüte kauften, wurden genau von den Tieren beobachtet und teilweise terrorisiert. Sie wurden richtiggehend sauer, wenn sie keine Nüsse abbekamen. Mir sind sie auf´s Dach gestiegen, im wahrsten Sinne des Wortes, haben dort oben einen Tanz aufgeführt, um mich mürbe zu machen. Es macht einen Höllenkrach, wenn ca. 10 Affen über einem auf einem Wellblechdach herumspringen. Sie taten das wirklich jedes Mal, bis sie ihren Obolus erhielten.


nach oben


Nargahole

Der große Nargahole Nationalpark, der im Süden Karnatakas, im Nord-Osten Keralas und im Nord-Westen Tamil Nadus in Südindien liegt, ist bis heute die Heimat wilder Elefanten, Leoparden, Schakale, Wildrindern, Axishirschen und allerlei anderem Getier. Selbst die größte aller Katzen, der Tiger, kommt dort noch vor.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Park zu entdecken. Die preiswerteste Art, gleichzeitig die Einzige für mich erschwingliche, war, mit einem ”local bus” durch den Park zu fahren. Diese Busse verbinden die kleinen Städte und Dörfer am Rande des Parks. Einige Linien führen quer hindurch.

Zum wiederholten Male hatte ich mir auch für diesen Tag vorgenommen, einen der Busse zu nehmen. Bei den vorherigen Fahrten hatte ich nie eines der selten gewordenen Geschöpfe gesehen. Dieses Mal hatte ich mich nach Kalpetta begeben, um von dort über Mananthavady nach Thirunelli zu fahren. Dort steht einer der berühmtesten Tempel des Wayanad, der Nilgiris Berge Keralas. Der Tempel ist dem Gott Vishnu geweiht. Dieses Heiligtum wird oft auch als ”Kashi des Südens” bezeichnet, es wird fast ebenso verehrt, wie die heilige Stadt Varanasi, die bei Pilgern auch ”Kashi” heißt. Wenn ich schon, wie ich erwartete, keine Tiere zu sehen bekommen sollte, stünde am Ende der Fahrt doch wenigstens eine Besichtigung dieses Tempels an, der eine ungewöhnliche Mischung aus Ziegeldächern im Kerala Stil und die für den Norden typischen Säulenhallen aufweist. Wie Kashi gilt der Thirunelli-Tempel als ”Tirtha” ein Zwischending zwischen Weltlichem und Göttlichem.

Pünktlich um 6:00 a.m. fuhr der Bus in Kalpetta noch vor Sonnenaufgang los.

Wie jedes Mal hatte ich meine Statur gegen die im Süden kleineren Inder eingesetzt, um meinen Lieblingsplatz, ganz vorne links am Fenster, zu ergattern. So konnte ich durch Front- und Seitenscheibe hinaussehen.

Dass ich bis dahin nie ein Tier zu Gesicht bekam, hatte mich nicht verwundert, denn diese Busse sind die Lautesten und Stinkendsten ihrer Art. Ich würde mich, als Leopard, auch sofort verdrücken, käme eines dieser Ungetüme daher. Doch allein ein Sonnenaufgang über dieser, dort hauptsächlich aus Buschland bestehenden Landschaft, ist Grund genug mit diesen Bussen zu reisen.

Das Spiel der Farben, wenn ein blasses Rosa das Dunkel der Nacht gen Westen schiebt, das nachfolgende Orange, das in Rot übergeht ist überwältigend. Mich nimmt dieses Schauspiel immer ganz gefangen. Dieses Mal so sehr, dass ich den geplatzten Reifen erst wahrnahm, als der Bus stoppte und der Fahrer mit seinem Helfer ausstieg, um den Schaden zu begutachten. Alle, die schon mit einem dieser Busse in Indien unterwegs waren, wissen, dass die Insassen den Bus während einer Panne verlassen, um die Gelegenheit zu einem kleinen Picknick, einem Spaziergang oder sonstigen Verrichtungen zu nutzen. Anders dieses Mal. Niemand außer mir stieg mit aus. Die Bemühungen der Crew, den Schaden zu beheben, scheiterten an dem nicht mehr funktionierenden Wagenheber, was von dem Fahrer mit heftigsten Schimpfwörtern und ein paar Ohrfeigen an seinen Helfer quittiert wurde. Auf meine Frage, `Was nun?’ Antwortete er, wir müssten auf den nächsten Bus warten, der käme in zwei Stunden. Beide stiegen wieder in den Bus.

Alle Insassen schauten auf mich, unwissenden Touristen, um den Augenblick, da ich von wilden Tieren angefallen werden würde, nicht zu verpassen. Die nichtgepflasterte Piste, auf der das Fahrzeug stand, lag etwas tiefer als der Rest der Landschaft. Ich holte mein kleines Fernglas, meinen Hut, Wasser und eine Decke aus dem Bus, kletterte am Heck dem Selbigen auf das Dach, machte es mir dort oben bequem und begann die Umgebung mit dem Fernglas abzusuchen.

Kaum dass ich es scharf gestellt hatte, entdeckte ich zwischen den Büschen einen Elefanten, meinen ersten Freilebenden. Aus dem einen Elefanten wurden zwei, drei, eine ganze Herde. Ich muste mich sehr zusammenreißen, um nicht vor lauter Aufregung zu zittern. Ich zählte zwölf erwachsene Kühe, fünf Heranwachsende, drei Junge. Gebannt schaute ich auf die Tiere. Erst als sie unscharf wurden, ich das Glas nachstellen musste, wurde mir bewusst, dass die Herde genau auf uns zu kam.

Ich wollte die Anderen darauf aufmerksam machen, brachte jedoch keine Hand vom Glas. Auch die Stimme versagte mir. Fasziniert, erregt, auch etwas ängstlich nahm ich wahr, welches der Jungen zu welcher Kuh gehörte. Mehrmals hob die Größte der Herde ihren Rüssel. Es schien als folgte sie einer Duftspur. Sie kamen näher und näher. Die Fahrgäste unten hatten sie offenbar noch nicht bemerkt, denn es wurde viel gesprochen und gelacht. Sie konnten die Herde nicht sehen, da Büsche die Sicht zu dieser Seite behinderten. Als sie so nah waren, dass ich durch das Fernglas nur noch Ausschnitte der Tiere sah, jede Einzelheit erkennen konnte, nahm ich das Glas von den Augen. Die Elefanten waren vielleicht noch acht Meter vom Bus entfernt. Eine Buschreihe trennte sie noch von uns.

Aus einem Fenster unter mir flogen Obstschalen in den Sand. Ich realisierte, dass die Herde wahrhaftig einer Fährte gefolgt war, dass der Wind genau in ihre Richtung wehte. Sie waren zielsicher zu den Obstdüften im Bus gekommen. Ich hob einen Arm um auf das Dach zu klopfen, doch die Leitkuh bahnte sich in diesem Moment einen Weg durch die Buschreihe, die Anderen hinterher. Aus dem Bus erklang vielfacher Aufschrei.

Die meisten Menschen, die in Indien durch Tiere sterben, reißt nicht der Tiger. Nein, die Mehrzahl wird durch Elefanten getötet. Dementsprechend ängstlich riefen die Menschen im Bus. Wie im Süden üblich, besaß der Bus keine Fensterscheiben. Je zwei Eisenstangen verhindern ein Hinauslehnen. Die Elefanten holten zuerst die aus den Fenstern geworfenen Essensreste. Sie umringten den Bus, streckten ihre Rüssel durch die Öffnungen, um sich weitere Nahrung zu besorgen. Der Bus begann zu wackeln. Ein Rüssel kam auch mir bis auf wenige Zentimeter nahe.

Im Bus schien Panik ausgebrochen zu sein. Die Leute schrien und riefen den Elefantengott Ganesha an, er möge sie beschützen. Der Fahrer startete den Motor, doch das schreckte sie nicht ab. Die Futtersuche war erfolgreich. Ihre Greiforgane beförderten Bananen, Mangos, Papaya aus dem Inneren in ihre Mäuler.

Trotz der, für die Menschen unter mir, bedrohlichen Situation, musste ich lachen. Das Bild, welches sich mir bot, die Elefanten von oben gesehen, wie sie aufgereiht entlang des Fahrzeugs standen, mit ihren dicken Hintern wackelten und laut schmatzten, entbehrte nicht einer gewissen Komik. Auch dass ausgerechnet ich, der vorher von den Einheimischen belächelte und wahrscheinlich für verrückt gehaltene Tourist, nun als Einziger in relativer Sicherheit war, trug dem Rechnung.

Der Fahrer setzte den Bus, trotz des defekten Reifens in Bewegung. Daraufhin gab die Anführerin ein Signal. Alle Elefanten zogen sich zurück, verschwanden wieder zwischen den Büschen. Der Bus hielt wieder. Der Helfer erschien, um nach mir zu schauen. Ich klettert hinab. Innen bot sich mir das angerichtete Chaos. Alle Insassen hatten Blessuren davon getragen. Nichts Ernstes, blaue Flecken, Schürfwunden, eine gebrochene Hand. Ich war der Einzige, dem nichts passiert war. Alle waren sich einig: Wären sie mit mir ausgestiegen, hätten sie die Lebensmittel draußen lassen können und niemandem wäre etwas passiert.

Für mich waren es zwei Premieren. Das erste und wahrscheinlich einzige Mal, dass mir freilebende Elefanten so nah gekommen waren und das ebenfalls einzige Mal, dass ich in einer indischen Zeitung erwähnt wurde. Seitdem ist es im gesamten Nationalpark verboten, während einer Panne zu essen.


nach oben